Jahresrückblick

Unser jährlicher Weihnachtsbrief mit Jahresrückblick:

wenn wir auf das vergangene Jahr zurückblicken, fällt uns vor allem eines ein: Dankbarkeit.
2025 war für uns ein Jahr voller erster Male – bewegend, herausfordernd, beglückend und manchmal auch einfach überwältigend. Es war unser erstes Jahr als Hofübernehmer – ein Schritt, den wir voller Verantwortung, Respekt und einer großen Portion Herzblut gegangen sind. Und gleichzeitig war es unser erstes Jahr als Eltern, unser erstes Jahr zu dritt. Zwei Lebensaufgaben, die viel Kraft verlangen – aber auch unendlich viel Freude schenken. Zwischen Stall und Spielzeug, zwischen Büro und Kinderlachen, zwischen Hofverantwortung und dem kleinen Menschen, der unser Leben so sehr bereichert: Die Balance zu finden, ist nicht immer leicht. Aber zu sehen, wie sich unsere Tochter Schritt für Schritt in unseren Alltag eingefügt hat, hat uns oft die Kraft gegeben, die wir brauchten. Wo sie anfangs noch friedlich im Kinderwagen schlief, marschiert sie heute selbstbewusst über den Futtertisch, füttert die Tiere oder fährt strahlend mit Papa Traktor. Es ist berührend mitzuerleben, wie ein Hof auch für die Kleinsten ein Ort der Geborgenheit und des Abenteuers sein kann, und wir sind glücklich, ihr diesen Ort bieten zu können.

Landwirtschaft – ein Jahr voller Erkenntnisse

In der Landwirtschaft hat uns 2025 vieles abverlangt – und zugleich beschenkt. Wir waren sehr erleichtert, dass wir noch einmal zusätzliche Weideflächen am Hof erhalten haben. Dadurch konnten wir unsere Tiere unbesorgt rauslassen und die Weidepflicht gut erfüllen. Außerdem ist es für uns immer ein besonders schöner Moment, die Tiere gemeinsam draußen zu beobachten und zu spüren, dass sich all die Mühe lohnt.
Groß war auch die Erleichterung über die sehr gute Ernte, die es uns ermöglicht, ausreichend Winterfutter einzulagern. Ein gutes Gefühl – und ein Zeichen dafür, dass unsere Überzeugung der Kreislaufwirtschaft funktioniert. Schmerzlich feststellen mussten wir hingegen, dass die Landschaftspflege vom Land kaum noch gefördert wird. Viele Jahre haben wir mit viel Engagement und Herzblut Aufträge in diesem Bereich übernommen. Doch in diesem Jahr wurde deutlich: Mit den aktuellen Entlohnungen sind viele dieser Arbeiten schlicht nicht mehr tragbar. Eine Erkenntnis, die weh tut – und die uns zwingt, neue Wege zudenken.

Ein Blick in die Gärtnerei

Auch in der Gärtnerei war 2025 ein Jahr voller Höhen und Tiefen. Das Frühjahr war wetterbedingt schwierig – erst Hitze, dann Regen und immer wieder unberechenbare Extreme. Im Sommer machten uns die anhaltende Feuchtigkeit und das daraus folgende Unkrautwachstum sehr zu schaffen, während die Tomaten leider eher spärlich ausfielen. Umso mehr hat uns der Herbst versöhnt: Mit Blumenkohl und Broccoli wie aus dem Bilderbuch durften wir eine Ernte einfahren, die uns mit großer Freude erfüllt hat.
Ein besonderer Lichtblick: Unsere Auszubildende Antonia hat mit Erfolg ihre Gesellenprüfung bestanden. Wir sind stolz auf sie und dankbar für ihren Einsatz. Wir sind uns sicher: Sie wird ihren Weg gehen – dafür alles Gute!
Mit Antonia haben wir auch Marlene in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Mit ihrer Beständigkeit und Fürsorge hat sie die Gärtnerei mehr als 10 Jahre geprägt. Marlene, wir vermissen Dich.

Pädagogik – ein Jahr voller Begegnungen

In der Bauernhofpädagogik gab es 2025 viele besondere Momente. Ein Highlight war das Modul der Fortbildung „Bauernhofpädagogik“, das bei uns auf dem Hof stattfand – intensiv, anstrengend und bereichernd. Zum ersten Mal fand in diesem Jahr auch die Weiterbildung „Fachkraft Bauernhofkindergarten“ statt. Im Oktober durften wir ein Modul davon bei uns ausrichten – ein tolles Erlebnis, besonders weil auch die Leiterin der Rübennasen teilnimmt. Wir freuen uns sehr, dass Laelie, angehende Erzieherin, uns als Kursbegleitung unterstützt. Das ist eine große Erleichterung und Bereicherung für uns. Und auch Irina hat sich wunderbar eingearbeitet und führt mit viel Begeisterung die Lämmchenkurse und Kindergeburtstage durch. Als Naturwissenschaftlerin bereichert sie das Programm mit ihren Forschertagen, die den Kindern immer sehr viel Spaß machen und viele neue Erkenntnisse ermöglichen.

Was uns in all dem immer wieder bewegt: Wie bereichernd es ist, so viele Kinder hier bei uns auf dem Hof begrüßen zu dürfen. Diese Arbeit liegt uns sehr am Herzen – denn gleichzeitig erleben wir, wie sehr sich viele Menschen inzwischen von der Landwirtschaft entfremdet haben. Umso wichtiger ist es uns, den Kindern ein echtes, unverfälschtes Stück Landwirtschaft mitzugeben – zum Anfassen, zum Staunen, zum Lernen. Wenn wir sehen, wie ihre Augen leuchten oder wie sie plötzlich Zusammenhänge verstehen, wissen wir, wie wertvoll diese Arbeit ist. Bei den Rübennasen vom Kindergarten lässt sich so schön beobachten, wie über die Regelmäßigkeit der Besuche am Hof, das beständige Miterleben und Mitwirken eine tiefe und innige Beziehung zu Tieren und Pflanzen entsteht – einfach beglückend.

Direktvermarktung – unser Herzstück

Ein ganz wesentlicher Baustein unseres Hofes ist und bleibt die Direktvermarktung. Wir sind zutiefst dankbar, dass wir unsere Produkte auf diesem Weg verkaufen dürfen – denn ohne diese Form der Vermarktung wäre unser wirtschaftliches Arbeiten heute kaum möglich.
Was uns dabei besonders berührt, sind die vielen Begegnungen, die daraus entstehen: am Marktstand, im Hofladen oder auch beim Ausliefern. Diese Momente gehen weit über eine normale Kundenbeziehung hinaus. Man kennt sich, man tauscht sich aus, man interessiert sich füreinander. Oft entsteht eine persönliche Nähe, die uns immer wieder zeigt, wie wertvoll dieser direkte Weg wirklich ist – für beide Seiten. Besonders freuen wir uns auch darüber, dass sich die Online-Vermarktung in diesem Jahr so positiv entwickelt hat. Sie schafft für uns mehr Planungssicherheit und ermöglicht Euch gleichzeitig einen bequemeren Zugang zu unseren Produkten – eine Verbindung, von der wir alle profitieren.
Wir hoffen sehr, dass wir diesen Weg auch in den kommenden Jahren gemeinsam weitergehen dürfen.

Personalmangel – eine andauernde Herausforderung

Nach wie vor ist der anhaltende Personalmangel unser großes Thema. Viele von Euch wissen, wie viel Arbeit hinter Landwirtschaft, Gärtnerei und Direktvermarktung steckt und wie sehr wir auf helfende Hände und verlässliche Menschen angewiesen sind. In diesem Jahr wurde uns das besonders bewusst. Ohne unsere Stammbesetzung und all die helfenden Hände, die immer wieder einspringen, wäre vieles schlicht nicht möglich gewesen. Euch allen gilt unser tiefster Dank. Gleichzeitig spüren wir: Wir können uns langfristig nicht darauf verlassen, dass es schon irgendwie geht. Die Steigerung des Mindestlohns, die politischen Rahmenbedingungen, die Klimakrise und die zunehmend schwierige Suche nach Mitarbeitenden machen es uns nicht leicht. Viel zu oft standen wir am Ende doch wieder alleine da – unter großem Druck, mit Aufgaben, die eigentlich für mehrere gedacht waren.

Das möchten und können wir so nicht weiterleben – nicht, ohne selbst darunter zu leiden. Deshalb wird das Thema Struktur, Arbeitsbelastung und Personal für uns im kommenden Jahr ein zentraler Punkt sein. Wir müssen Wege finden, unseren Hof so zu gestalten, dass er für uns und unsere Familie langfristig tragbar bleibt. Wir wissen heute noch nicht genau, wohin uns dieser Weg führt –aber wir sind zuversichtlich, diesen gemeinsam mit Euch zu gehen.

Blick nach vorn – Jubiläumsjahr 2026

Neben all den Herausforderungen gibt es auch etwas, auf das wir uns ganz besonders freuen: 2026 wird unser Jubiläumsjahr. 40 Jahre Heinrich Hof – und 25 Jahre Bauernhofpädagogik. Ein Meilenstein, der uns stolz macht und den wir gemeinsam mit Euch feiern möchten.

DANKE

Trotz allem bleibt für uns vor allem eines: große Dankbarkeit.
Für Eure Treue. Für Eure Wertschätzung.
Für jedes Gespräch, jedes Lächeln, jede Unterstützung.
Und für das Vertrauen, das Ihr uns als Direktvermarkter entgegenbringt.

Wir wünschen Euch von Herzen ein friedvolles Weihnachtsfest, stille Momente im Kreise Eurer Liebsten und ein neues Jahr voller Hoffnung, Gesundheit und guter Begegnungen.

Danke, dass Ihr ein Teil unseres Hofjahres wart.

Felix und Kathrin Heinrich mit Mathilda
Jürgen Heinrich und Maria Perktold-Heinrich
und das Team vom Heinrich Hof